Tag der menschenwürdigen Arbeit CityKirche Aachen

Benediktiner Pater, Aachen

Datum:
Do. 21. Nov. 2019
Von:
Andris Gulbins

Feld 1: Was war Ihre erste Erfahrung mit der Digitalisierung in Büro, Werkstatt oder Produktion?

Mein erster Computer? Das werde ich Ihnen erzählen! Es kam so…

1995, durch meine Bekanntschaft mit einem ALDI-Filialleiter wurde ich aufmerksam gemacht auf ein bevorstehendes Angebot. Ein guter Laptop, einer von den ersten, die durch ALDI vermarktet wurden, zu einem unschlagbaren Preis von 1800 DM.

Mein Vorgesetzter hat das Angebot unserem Vertragshändler vorgelegt. Der hat sich aufgeregt, dass ALDI den Markt und die Preise für die kleineren Händler kaputt macht. Das stimmt ja auch. Aber nach etwas Überlegen wurde uns ein ähnlicher Laptop zum gleichen Preis angeboten und bestellt. Und so habe ich, ohne danach zu fragen, einen Laptop bekommen!

Damals war ich ganz modern, heute bin ich ein digitaler Dinosaurier.

Feld 2: Wie sind Sie damit umgegangen, wie haben Sie darauf reagiert?

Bedeutet berufliche Digitalisierung etwas anderes für Sie als Computer und Kommunikation - Nein.

Ich habe es in meiner Arbeit für Textverarbeitung genutzt. Einmal saß ich im vollen Ornat im Zug mit meinem Laptop auf den Schoss, da hat der Schaffner aber gestaunt!

Feld 4: Was sind mögliche negative Aspekte - welche sind für Sie bereits eingetreten?

Ich fand es früher besser wo ein Gerät eine Sache gut konnte und es auch tat. Ein Knopf, eine Funktion. Ein Diaprojektor, eine Kamera, ein Radio. Ich erlebe so oft hier im Beruf als technischer Medienunterstutzer, dass etwas nicht funktioniert. Die Anwesenden (Männer) wollen dann alle mit schlauen technischen Tipps behilflich sein, die bleiben probieren statt, dass der Vortragende den Vortrag ohne technische Unterstützung einfach beginnt.

Ich will keinen Vortrag mit Powerpoint machen, mit Dias habe ich es gerne getan! Zusammengestellt und erzählt, aber mit modernen Medien, das will ich einfach nicht. Ich könnte es sicherlich, aber ich will nicht.

Feld 6: Ihre Kommentare zur Digitalisierung

Ob die Kommunikation unter der Digitalisierung leidet? Tischgesprächskultur! Das merke ich in der Familie beim Essen, so schnell einer ein Smartphone zuckt, auch für eine konkrete Auskunft, bleibt es nicht dabei. – Oh! Der und der hat gepingt… Und damit ist das Gespräch abgehakt.